| Eine sich zu Beginn
des 20. Jahrhunderts, um 1905/06 durchsetzende Stilrichtung
in bildender Kunst und Literatur, gekennzeichnet durch
die Abkehr von der objektiven Weltdarstellung zugunsten
einer subjektiven Ausdruckssteigerung der bildkünstlerischen
und sprachlichen Mittel. Der Expressionismus entstand
aus einer tiefen spirituell existenziellen Krise, die
ganz Europa und besonders Deutschland zwischen 1905 und
dem Beginn des Ersten Weltkriegs erfasste. Der Expressionismus
kann auch als Reaktion auf Naturalismus
und Impressionismus
gedeutet werden. Am
stärksten wirkt sich der Expressionismus in Deutschland
als Reaktion gegen die akademischen Standards, die in
Europa seit der Renaissance vorherrschten, aus. Bilder
sollten nicht länger dem ästhetischen Genuß
dienen, sondern elementare Erlebnisse der Wirklichkeit
so stark und ursprünglich wie möglich zu gestalten
suchen. Zum erstenmal dürfte der Begriff "Expressionismus"
von dem deutschen Kunsthistoriker Wilhelm Worringer 1911
in einem Aufsatz über Cezanne,
van Gogh und Matisse
in der Zeitschrift "Der Sturm" verwendet worden sein.
In der expressionistischen Malerei steht die Zeichnung
stark im Vordergrund, oft sind Figuren überzeichnet,
die Farben erscheinen kräftig bis schreiend. Die
Gestalten wirken roh und grob, manchmal erinnern sie
an Karikaturen. Jedes Schönheitsideal wird bewusst
negiert und gewaltsam zerstört.
Bildaufbau meist durch großzügige Pinselstriche
ohne Helldunkel-Modellierung in schreienden Kontrastfarben.
Anregend
wirkte die Kunst des Mittelalters mit ihren unrealistischen
Figurationen und Farbklängen, sowie die Masken-
und Dämonenkunst der Naturvölker. Sage, Geschichte
und Mythologische Themen sind im Expressionismus keine
Motive, dagegen spielen religiöse Darstellungen eine
nicht unbedeutende Rolle. Hinsichtlich der Form bedeutet
der Expressionismus ein Entfernen von der rein nachahmenden
Malerei.
Der
Expressionismus im engeren Sinne ging von der Künstlergemeinschaft
"Die Brücke" aus die1905 gegründet
wurde.
Im dritten Reich wurde der deutsche Expressionismus
zur entarteten Kunst erklärt.
Die wichtigsten Vertreter der Bewegung waren Vereinigungen
wie die Künstlergruppe "Brücke" in Dresden, die "Neue
Künstlervereinigung" und später der "Blauer Reiter"
in München.
Aber es gab auch einzelne Maler, wie George
Grosz, Otto Dix , Max Beckmann
, Egon Schiele und Oskar
Kokoschka.
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